Gottes Sehnsucht nach dir, seinem Kind
«Als Israel jung war, da liebte ich ihn, und aus Ägypten rief ich meinen Sohn. Aber je mehr ich sie rief, desto mehr gingen sie von mir weg; sie opferten den Baalen und räucherten den Götzenbildern.»
«Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt. Und er teilte ihnen die Habe. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land; und dort vergeudete er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.»
Verheissung und Erfüllung
Das Alte Testament kündigt Gottes tiefe Liebe und Sehnsucht nach seinem Volk an, auch wenn dieses sich von ihm abwendet und in die Ferne geht. Es ist die Ankündigung einer unerschütterlichen väterlichen Liebe, die nicht aufgibt.
Diese unerschütterliche väterliche Liebe ist in Jesus Christus vollends eingetroffen. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn sehen wir, wie der Vater sehnsüchtig auf die Rückkehr seines Kindes wartet und ihm mit offenen Armen entgegenrennt, sobald er es in der Ferne erkennt. Hier wird Gottes Wesen als der liebende Vater offenbart, der sich über die Umkehr seines Kindes freut.
Nimm diese Verse als Erinnerung, deine eigene Bibel in die Hand zu nehmen, sie dort nochmals zu lesen und – wenn du magst – noch ein Stück weiterzulesen. Gottes Wort auch wirklich in Händen zu halten, schenkt dir zugleich einen wertvollen Moment fern vom Digitalen.
Lies die Bibel nicht am Stück, sondern punktuell: eine Stelle, in Ruhe, und bitte den Heiligen Geist um Verständnis. Wer alles auf einmal verschlingen will, verliert den Überblick. Wer Tag für Tag eine Stelle nimmt, sieht mit der Zeit das Ganze.
Die Verbindung
Im Alten Testament sehen wir, wie Gott Israel, sein geliebtes Kind, aus der Knechtschaft befreit und ruft, doch Israel wendet sich ab. Diese schmerzliche Erfahrung der Abkehr und des Verlustes spiegelt sich in Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn wider, wo der Sohn sich bewusst von seinem Vater löst und in die Ferne zieht. Christus offenbart hier die universelle menschliche Tendenz zur Abkehr, aber auch die unendliche Liebe des Vaters, die trotz allem bestehen bleibt.
Betrachtung
Gestern haben wir über die Befreiung von den Lasten der Vergangenheit nachgedacht. Heute tauchen wir tiefer in das Herz dieser Befreiung ein: Gottes unendliche Liebe, die uns auch dann nicht loslässt, wenn wir uns von ihm entfernen. Stell dir vor, wie Gott dich ruft, wie er dich aus der Enge befreit hat, vielleicht aus Gewohnheiten, Ängsten oder falschen Vorstellungen. Und doch, wie oft schlagen wir einen eigenen Weg ein, suchen unser Glück in der Ferne, in Dingen, die uns doch nur leer zurücklassen?
Es ist eine zutiefst menschliche Erfahrung, sich zu verirren, den eigenen Weg zu suchen und dabei vom Ursprung abzukommen. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist nicht nur eine Geschichte von damals, sondern ein Spiegel für unser eigenes Leben. Wie oft sind wir wie dieser Sohn, der meint, sein Glück abseits des Vaters finden zu müssen? Wir fordern unseren 'Anteil' ein, unsere Autonomie, und merken erst spät, dass wir uns dabei selbst verlieren.
Doch das Schöne ist: Gott ist nicht wie ein Mensch, der nachträgt oder vergisst. Seine Liebe ist eine, die wartet, die ausschau hält. Sie ist eine Liebe, die nicht aufgibt, sondern im Stillen hofft und bei der kleinsten Bewegung unsererseits schon entgegenrennt. Diese Liebe ist die wahre Befreiung, denn sie nimmt uns an, egal wie weit wir uns entfernt haben, und heisst uns wieder zu Hause willkommen.
Gebet
Lieber Vater, ich danke dir für deine unendliche Geduld und Liebe. Ich erkenne, wie oft ich mich von dir abwende, meine eigenen Wege gehe und dabei oft verlorengehe. Doch du gibst mich nie auf. Du rufst mich immer wieder zu dir zurück, so wie du Israel gerufen hast. Ich bitte dich, hilf mir heute, deine Sehnsucht nach mir zu spüren. Lass mich deine offene Tür sehen und deine ausgestreckten Arme, die mich immer wieder in dein liebendes Zuhause zurückführen. Amen.
Der rote Faden
Wir sind diese Woche im Thema 'Der verlorene Sohn' und sehen, wie Gottes Sehnsucht im AT (Hosea 11) in der Freude des Vaters im NT (Lukas 15) ihre Erfüllung findet. Gestern ging es um die Befreiung, heute um die Ursache dieser Befreiung: Gottes unermüdliche Liebe, die uns entgegenkommt. Morgen werden wir sehen, wie diese Umkehr zum Fest wird.
Gottes Liebe ist wie ein Vater, der auf dich wartet und dir entgegenrennt – kehre heute heim.
Wenn du deine täglichen Antworten in einem Journal führen möchtest, melde dich für das Online-Coaching an.
- Du wirst geführt durch die Bibel: Altes und Neues Testament, Schritt für Schritt.
- Du siehst die Prophezeiungen und wo sie in Christus eingetroffen sind – und wächst darin hinein.
- Du wirst nicht überfordert: Du lernst die Bibel praktisch verstehen, wie in einem Bibelstudium.
- Auf Wunsch bekommst du Erinnerungen: Warst du ein paar Tage faul, holt dich die Erinnerung sanft wieder zurück.
- Du kannst ein Tagebuch führen – mit allem, was ist: mit der Nähe Gottes und mit allen Eindrücken, die du hast.
Dein Journal, der tägliche Bibelweg, die Fragen von heute – all das kannst du kostenlos nützen. Die Anmeldung braucht nur deinen Vornamen und deine E-Mail-Adresse: keine Kreditkarte, keine weiteren Daten. Tag für Tag siehst du in deinem Journal, wie sich deine Gedanken und deine Wahrnehmung verändern.
Jetzt kostenlos anmelden