Gottes Gnade reicht weiter als unsere Wut
«Aber Jona verdross es sehr und er ward zornig. Und er betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, war das nicht mein Reden, als ich noch in meinem Lande war? Darum wollte ich auch eilen und nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von grosser Güte bist und lässt dich des Übels gereuen.»
«Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür hoffen könnt; so wird euer Lohn gross sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.»
Die Verbindung
Jona wusste um Gottes Barmherzigkeit, doch er wollte sie seinen Feinden vorenthalten. Jesus Christus offenbart uns, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit alle Grenzen sprengt und uns auffordert, diese Liebe auch unseren Feinden zuzuwenden. Was Jona widerstrebte, ist der Kern von Christi Lehre.
Betrachtung
Gestern haben wir über die Ewigkeit Gottes nachgedacht, die unsere Vergänglichkeit umfängt. Heute sehen wir, wie Gottes Ewigkeit auch seine Barmherzigkeit prägt: Sie ist unendlich und unbegrenzt, selbst dort, wo wir Menschen lieber Grenzen ziehen würden.
Jona ist ein Spiegel für uns. Er wusste genau, wie gnädig und barmherzig Gott ist. Doch als diese Gnade seinen Feinden zugutekam, wurde er zornig. Oft fällt es uns leichter, Gottes Liebe für uns selbst zu beanspruchen, als sie denen zuzugestehen, die wir als unwürdig erachten oder die uns Unrecht getan haben.
Jesus aber fordert uns heraus. Er sagt nicht nur, dass Gott gütig ist zu allen, sondern er ruft uns auf, selbst barmherzig zu sein. Die unendliche Güte Gottes zu verstehen, heisst, sie auch leben zu wollen. Es ist eine Einladung, unsere eigenen engen Grenzen der Liebe zu überwinden und ein Stück der göttlichen, grenzenlosen Barmherzigkeit in die Welt zu tragen.
Gebet
Himmlischer Vater, ich danke dir für deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, die nicht nur mich, sondern die ganze Welt umfängt. Ich bekenne, dass auch ich oft so bin wie Jona, der deine Liebe lieber für sich behalten möchte. Hilf mir heute, meine eigenen Grenzen der Liebe zu erkennen und zu überwinden. Schenke mir ein Herz, das barmherzig ist, so wie du barmherzig bist, selbst gegenüber denen, die es in meinen Augen nicht verdient haben. Lass mich dein Kind sein, das deine Liebe widerspiegelt. Amen.
Der rote Faden
Nachdem wir letzte Woche die Ewigkeit Gottes in der Vergänglichkeit des Lebens betrachtet haben, tauchen wir diese Woche in die Geschichte Jonas ein. Heute sehen wir, wie Gottes Barmherzigkeit Jonas Grenzen sprengt und uns herausfordert, diese Liebe weiterzugeben. Morgen werden wir weiter in Jonas Geschichte eintauchen, um Gottes Geduld noch tiefer zu verstehen.
Nimm Gottes grenzenlose Barmherzigkeit heute mit in den Tag und lass sie durch dich wirken.