Damian Maxson
DAMIAN MAXSON
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Sonntag, 4. Oktober 2026 · Woche 40 von 52

Verzicht auf Vergeltung, Liebe statt Gesetz

Christus kommt · Die Bergpredigt
Altes Testament
2. Mose 21,23-25
«Geschieht aber weiterer Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuss um Fuss, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme.»
Neues Testament
Matthäus 5,38-42
«Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Auge um Auge und Zahn um Zahn.' Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir vor Gericht gehen und dir den Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand eine Meile weit nötigt, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will.»

Verheissung und Erfüllung

Angekündigt

Im Alten Testament wurde dem unkontrollierten Rachedurst eine klare Grenze gesetzt, um eine Spirale der Gewalt zu verhindern und Gerechtigkeit nach dem Prinzip der Gleichwertigkeit zu sichern.

Eingetroffen

In Christus ist diese Begrenzung der Rache nicht nur erfüllt, sondern in eine höhere Form der Liebe und des Verzichts überführt worden, wo nicht mehr Gleiches mit Gleichem vergolten wird, sondern dem Bösen mit Güte begegnet wird, um die Spirale der Gewalt gänzlich zu durchbrechen.

Nimm diese Verse als Erinnerung, deine eigene Bibel in die Hand zu nehmen, sie dort nochmals zu lesen und – wenn du magst – noch ein Stück weiterzulesen. Gottes Wort auch wirklich in Händen zu halten, schenkt dir zugleich einen wertvollen Moment fern vom Digitalen.

Lies die Bibel nicht am Stück, sondern punktuell: eine Stelle, in Ruhe, und bitte den Heiligen Geist um Verständnis. Wer alles auf einmal verschlingen will, verliert den Überblick. Wer Tag für Tag eine Stelle nimmt, sieht mit der Zeit das Ganze.

Die Verbindung

Das Alte Testament setzte dem Wunsch nach Rache eine gerechte Grenze, indem es gleiche Vergeltung forderte. Christus geht weit darüber hinaus: Er fordert nicht nur eine Begrenzung, sondern eine radikale Umkehr, die dem Bösen mit Liebe begegnet und auf Vergeltung vollständig verzichtet. Er löst das Gesetz der gleichen Vergeltung auf in das Gesetz der grenzenlosen Liebe.

Betrachtung

Gestern haben wir über die absolute Wahrhaftigkeit gesprochen, die unser Ja zu einem Ja und unser Nein zu einem Nein macht. Heute führt uns Jesus noch einen Schritt weiter und fordert uns heraus, unsere Vorstellung von Gerechtigkeit zu überdenken. Das alte Gesetz 'Auge um Auge' war revolutionär, denn es verhinderte, dass auf ein Auge zwei Augen folgten. Es setzte der Rache eine gerechte Grenze und schützte vor Eskalation.

Doch Jesus offenbart eine noch tiefere Wahrheit. Er lädt uns ein, nicht nur die Rache zu begrenzen, sondern ganz darauf zu verzichten. Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, so biete die andere dar. Das ist keine Aufforderung zur Unterwürfigkeit, sondern ein radikaler Akt der Freiheit und der Liebe. Es ist die Verweigerung, sich in den Kreislauf des Bösen hineinziehen zu lassen, und die mutige Entscheidung, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Dieser Verzicht auf Vergeltung ist die ultimative Form der Liebe, die das Böse entwaffnet und den Weg zur Versöhnung ebnet. Es ist eine Haltung, die nicht aus Schwäche, sondern aus der Kraft des Geistes Gottes entspringt. Es ist die Einladung, nicht nur von aussen her das Gesetz zu halten, sondern von innen her, aus einem verwandelten Herzen, die Liebe Christi widerzuspiegeln und so das Himmelreich in dieser Welt sichtbar zu machen.

Gebet

Himmlischer Vater, ich danke dir für deine unendliche Liebe, die uns immer wieder herausfordert, über uns selbst hinauszuwachsen. Es fällt mir schwer, auf Vergeltung zu verzichten und dem Bösen mit Liebe zu begegnen. Oft packt mich der Wunsch nach Gerechtigkeit, wenn ich Unrecht erleide. Hilf mir, dein Wort im Herzen zu tragen, das mich lehrt, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Schenke mir die Kraft und den Mut, die andere Wange hinzuhalten, nicht aus Schwäche, sondern aus der Stärke deiner Liebe. Möge mein Herz heute ein Spiegel deiner Gnade sein, das Hass mit Güte und Unrecht mit Vergebung beantwortet. Amen.

Der rote Faden

Nachdem wir die Woche über die Bergpredigt und die tiefere Auslegung des Gesetzes durch Jesus betrachtet haben, schliesst der heutige Tag mit der radikalen Forderung, auf Vergeltung zu verzichten, an die gestrige Wahrhaftigkeit an. Nächste Woche wenden wir uns den Wundern und dem Erbarmen Gottes zu.

Lebe heute aus der Kraft der Liebe, die dem Bösen widersteht, indem sie darauf verzichtet, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

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